Histoires de Parfums Parfum

Wissenschaftler haben festgestellt, dass der Geruchssinn des Menschen die beste Merkfähigkeit besitzt. Ein Duft kann selbst nach Jahren noch Erinnerungen wecken, im Kopf gespeicherte Bilder abrufen und damit verbundene Gefühle neu entfachen. Als meist sehr personengebundenes Kosmetikumst Parfum der geradezu prädestinierte Auslöser für eine solche Imagination.

Durch die Komposition verschiedener Aromen

kann es Geschichten erzählen und diejenigen, welche sie erlebt haben, wiederauferstehen lassen. Eine Erkenntnis, die Gérald Ghislain zur Grundlage seiner Arbeit gemacht hat: Das von ihm gegründete Unternehmen "Histoires de Parfums" möchte mit Hilfe von Düften die Biografien bedeutender Persönlichkeiten abbilden. Die von ihm geschaffenen Kreationen fangen den Charakter und die Eigenheiten großer Namen, Epochen oder Werke ein. Das Spektrum der in Parfum umgesetzten Aufzeichnungen reicht vom 18. Jahrhundert bis in die jüngste Vergangenheit: Das älteste, auf diese Weise entstandene Duft-Dokument beschreibt die Zeit um 1725 bzw. deren namentlichen Vertreter Casanova; der jüngst datierte Beleg vermittelt ein olfaktorisches Bild des Revolutions-Jahres 1969.

Dazwischen

goutiert "Histoires de Parfums" Künstler wie George Sand und Ernest Hemingway, Kunstwerke wie Bizets Oper Carmen und Kunststätten wie die berühmt-berüchtigte Moulin Rouge oder die Olympia Music-Hall. Auch optisch gibt sich jedes thematisch inspirierte Parfum den Anschein eines großen Werkes: Die Seitenflächen der Flakons und der Umverpackungen ähneln Buchrücken, so dass Ghislains "Parfüm-Geschichte(n)" ohne weiteres als eigenständige Bibliothek gelten können.

Den wohl größten Coup

in seiner eigenen Geschichte aber landete "Histoires de Parfums" mit dem 2013 erschienenen Duft "Make Perfum Not War": Mit dem in streng limitierter Stückzahl herausgegebenen Parfum unterstützt die Marke Kinderhilfsorganisationen, denn von jedem verkauften Flakon werden 50 $ als Spende an entsprechende Einrichtungen abgeführt.

Wussten Sie schon?

„Histoires de Parfums“-Parfum: Die Düfte einer blutdürstigen Prinzessin und einer Spionin

Die Odeure von Histoires de Parfums sind nicht nur wohltuende Essenzen, sondern auch Geschichtenerzähler. Jedes der Kleinode bildet eine Epoche oder eine berühmte, stilbildende Persönlichkeit ab. Darunter viele weibliche Charaktere, die sich den Zwängen ihre Zeit widersetzten und oftmals ein grausames Ende nahmen. Der Kopf hinter dieser Bibliothek der Düfte ist Gérald Ghislain – ein Lebenskünstler, Visionär und Träumer.

Gérald Ghislain arbeitete sich vom Barkeeper zum Parfümeur hoch

Ein Mann der Konventionen ist Gérald Ghislain nicht, eher ein Mann der Konventionen bricht. Der überzeugte Epikurer ist im Süden Frankreichs geboren, aber in Marokko aufgewachsen. Lange Zeit tanzte er durchs Leben, arbeitete als Barkeeper, erwarb selbst eine Bar, eröffnete ein Restaurant und tourte mit seiner eigenen Tangoshow um die Welt.

Schließlich nimmt er ein Studium an der renommierten Pariser ISIPCA in Versailles auf und lässt sich zum Parfümeur ausbilden. 2000 gründet er seine Duftmanufaktur, die „Histoires de Perfums“. Mit ihr komponierte er bis zum Jahr 2015 insgesamt 32 verschiedene Düfte.

Porträts der Düfte

Den Traum für seine gut duftende Inkarnation der historischen Persönlichkeiten trug Gérald Ghislain schon lange in sich. Die Idee dazu kam ihm aufgrund der Erkenntnis, dass jeder Duft eine Erinnerung ist oder auslöst. Und jede Erinnerung verbirgt in sich eine Geschichte, die nur geweckt werden muss.

Der Großteil von Ghislains Sammelsurium besteht aus „Les Personnages“ Odeure, die Abenteurern, Liebhabern, Autoren oder verlassenen Ehefrauen gewidmet sind, die zwischen 1725 und 1969 lebten. Diese Parfüms tragen den Namen und / oder das Geburtsjahr eines Charakters. Doch wie in jeder gut sortierten Büchersammlung gibt es noch weitere Abteilungen: Zum Beispiel die Kulturbücher, „Les Livres Cultes“ oder „Les Soliloques“ - „Die Selbstgespräche“.

Die Düfte von „Histoires de Parfums“ im Überblick

Les Soliloques

  • Vert Pivoine
  • Blanc Violette
  • Noir Patchouli

Les Personnages

 

  • 1725 Casanova, der berühmteste Liebhaber aller Zeiten, daneben aber auch Autor und Reisender. In jungen Jahren begann er auf Bitten seiner Großmutter sogar eine Karriere als Geistlicher, die er jedoch bald wieder aufgab.
  • 1740 Marquis de Sade, ein adliger Schriftsteller, der während verschiedener Gefängnisaufenthalte philosophische, pornographische und kirchenfeindliche Schriften verfasste. Von ihm leitet sich der Begriff des Sadismus ab.
  • 1804 George Sand, eine feministische und gesellschaftskritische Autorin des 18. Jahrhunderts, die mit ihren Romanen Skandale auslöste.
  • 1826 Eugénie de Montijo, Ehefrau von Napoleon III. und letzte Monarchin Frankreichs.
  • 1828 Jules Verne, französischer Schriftsteller, dessen Romanfiguren zum Mittelpunkt der Erde reisten, in 80 Tagen einmal um die Erde oder 20 000 Meilen unter das Meer.
  • 1873 Colette, eine Varietékünstlerin und Journalistin. Sie bekam als erste Frau Frankreichs ein Staatsbegräbnis.
  • 1876 Mata Hari, Tänzerin, extravagante Künstlerin und deutsche Spionin im Ersten Weltkrieg, die in Frankreich wegen Hochverrats hingerichtet worden ist.
  • 1889 Moulin Rouge, ein Varieté in Paris. Zahlreiche Filme und Songs machten das Etablissement berühmt.
  • 1899 Hemingway, vor allem bekannt für seine Kurzgeschichten. Daneben aber auch Literaturnobelpreisträger, Großwildjäger, Kriegsberichterstatter und Hochseefischer.
  • 1831 Norma Bellini, die Opernfigur Norma, eine gallische Priesterin, hat aus Liebe zu einem Römer ihr Gelübde gebrochen. Am Ende nimmt sie den freiwilligen Feuertod auf sich. Vincenco Bellini schuf die tragische Oper.
  • 1875 Carmen Bizet, ebenfalls eine Oper, diesmal aber von Georges Bizet. Die Zigeunerin Carmen liebt es mit den Männern und der Liebe zu spielen – bis ihr das zum Verhängnis wird.
  • 1890 La Dame de Pique Tchaikovsky, das Glücksspiel stürzt einen geldgierigen Offizier und eine Gräfin, La Dame de Pique, ins Unglück. Die Oper komponierte Pjotr Iljitsch Tschaikowski.
  • 1905 Madame Butterfly Puccini, Giacomo Puccini vertonte die Geschichte von Madame Butterfly, einer Geisha, die in der Hochzeit mit einem Amerikaner die Erfüllung ihrer Träume sieht, nicht ahnend, dass sie in einen tödlichen Strudel geraten wird.
  • 1926 Turandot Puccini, Turandot war die Hauptfigur in Puccinis letzter Oper. Eine persische Prinzessin, die jeden Freier köpfen ließ, der ihre Rätsel nicht lösen konnte. Schließlich begegnetet sie einem Prinzen, der ihrer ebenbürtig ist und ihr die wahre Liebe zeigt.

Les Livres Cultes

  • 1969, die sexuelle Befreiung der Gesellschaft durch die Studentenrevolten
  • Ambre 114, der mysteriöse Duft Ambraowie

 sowie

  • L'Olympia Music Hall
  • Make Perfume Not War
  • This is not a blue bottle
  • Tubereuse 1 Capricieuse
  • Tubereuse 2 Virginale
  • Tubereuse 3 Animale
  • Ambrarem
  • Fidelis
  • Petroleum
  • Rosam
  • Veni
  • Vidi
  • Vici