Wussten Sie schon?

Picasso Herrendüfte

Als Kind berühmter Eltern hat man es sicher nicht leicht. Und Paloma Picassos Eltern waren und sind derart berühmt, dass es schwer sein wird, einen Zeitgenossen zu benennen, der nicht zumindest den Namen Picasso kennt. Hatten Paloma und ihr Bruder Claude eine Wahl, nicht in die Fußstapfen der Eltern zu treten? Hätten sie das überhaupt gewollt? Oder waren sie durch die spezielle Prägung des Elternhauses so stark ein „Stück der Familie Picasso“ dass eine andere, nicht künstlerische Laufbahn eine Unmöglichkeit gewesen wäre?

 

Es trifft dieTatsachen am besten, wenn man Paloma Picasso selbst als ein Kunstwerk des großen Meisters ansieht. Nicht nur, dass sie auf zahlreichen Werken ihres Vaters verewigt wurde, sondern auch ihr Label erhielt ihren persönlichen Namen und erhob ihre Schöpfungen dadurch zu einem Ausdruck ihrer selbst. „Paloma Picasso Lunettes“ wurde in den Achtziger Jahren gegründet. Dieses Label hat eine Vielzahl unterschiedlichster Gegenstände hervorgebracht. Sonnenbrillen, Textilien, Bettwäsche, Geschirr und Besteck. Natürlich ist Paloma Picasso schaffende Künstlerin, wie ihre Eltern. Dennoch hat sie sich nicht die freie Kunst zum Anliegen gemacht, sondern die künstlerische Beeinflussung alltäglicher Gegenstände. Überall sollten ihre kreativen Designs zu finden sein und so auch Menschen erreichen, die nicht unbedingt Museen durchstreifen und jeden Sonntag auf Vernissagen anzutreffen sind.

 

Die Mutter Paloma Picassos gilt als „die einzige Frau, die Pablo Picasso jemals verlassen hat“. Tatsächlich beendete sie 1953 ihre Beziehung zu ihrem 40 Jahre älteren Lebensgefährten und die Familie brach auseinander, da war Paloma vier. Ihre Mutter widmete sich seither zunehmend ihrer eigenen Künstlerkarriere, kümmerte sich jedoch auch voller Liebe und Hingabe ihren beiden Kindern. So wuchs Paloma behütet in einer konsequenten Künstleratmosphäre auf. Auch das Verhältnis zum Vater blieb intakt. Davon zeugen viele später entstandene Bilder, auf denen Paloma mit Mutter und Bruder zu sehen ist. Vielleicht erklärt sich dadurch, dass die kreative Welt für sie keine Brüche erhielt. Ende der Sechziger Jahre erhielten die Geschwister den Namen ihres Vaters. Was als Bürde angesehen werden könnte, nutzte Paloma auf das Beste aus. Sie identifizierte sich in starkem Maße mit ihm.

Ihren Vornamen, der auf Deutsch Taube bedeutet, verdankt sie ihrem Vater. In ihrem Geburtsjahr 1949 fand die Weltfriedenskonferenz statt, der Name Taube sollte dem wiedererlangten Frieden huldigen. 1968 begann Paloma ihre Karriere als Designerin in Paris, der Heimat ihrer Mutter. Sie arbeitete im Auftrag für Yves Saint Laurent und das griechische Schmucklabel  Zolotas, später ebenfalls für Tiffanys & Co. Doch kurz darauf gründete Paloma Picasso ihr ganz eigenes Unternehmen: Paloma Picasso Lunettes.

 

Es folgte eine wahre Flut schöner Gegenstände, denen sie ihren ganz persönlichen Stempel aufdrückte. Irgendwann kam auch Parfum dazu. Damendüfte machten den Anfang und wurden erfolgreich, bis sich die Designerin an Herrendüfte wagte. Auf parfumdreams.de ist der Klassiker der Picasso Herrendüfte zu finden: Minotaure. Im Gegensatz zum Flakon der Damendüfte ist der Flakon von Minotaure eher schlicht gehalten. Die Farbe ist ein mattes Braun, welches in etwas stärkerer Färbung für Whisky gehalten werden könnte.

So erscheint es wie Leder oder Bernstein. Das milchige Glas ist sehr edel geschliffen und erinnert an die Form von Felsen. Es ist anzunehmen, dass Picasso Herrendüfte der Heimat ihres Vaters huldigen sollen. Nach eigenen Angaben der Marke soll Minotaure ein Duft für Männer sein, die „mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehen, und den Kopf in den Wolken haben“. Minotaure ist eingefangenes Südeuropa. Die Leidenschaft Andalusiens, die Trockenheit, die vielleicht in der gelblichen Farbe ausgedrückt werden soll, die an die typischen verbrannten Wiesen Spaniens im Sommer erinnern, schwingt in diesem Duft mit. Aber auch das quirlige Südfrankreich, in dem Paloma in Vallauris aufwuchs, kann beinahe bildlich wahrgenommen werden. Mit dem Namen erinnert Paloma Picasso an die griechische Mythologie und den Glanz der Antike. Der Duft ist äußerst beliebt und viele tragen ihn seit Jahren.

 

Es scheint als beherberge Minotaure olfaktorisch die Wurzeln der mitteleuropäischen Kultur, die man als Europäer ebenfalls wie selbstverständlich in sich trägt. Es ist ein frischer und dabei jedoch herber Duft.  Als Eau de Toilette Spray  ist das Minotaure im 75 ml Flakon erhältlich.