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Mikroplastik in Kosmetik

Ob Duschgel, Peeling oder Waschlotion: Zahlreiche Kosmetikprodukte enthalten Mikroplastik. Die winzigen Plastikpartikel sind nicht nur schädlich für die Umwelt, sondern auch für unsere Gesundheit. In diesem Artikel erfährst du alles rund um Mikroplastik in Kosmetik.

26. Oktober 2022


Was ist Mikroplastik?

Es gibt zum einen industriell hergestelltes Mikroplastik (primäres Mikroplastik) und zum anderen sekundäres Mikroplastik, welches aus größeren Kunststoffteilen entsteht, welche sich mit der Zeit in immer kleinere Teilchen zersetzen.

Primäres Mikroplastik ist insbesondere in Form von feinen Kügelchen in Peelings oder Duschgelen zu finden. Doch auch zahlreiche andere Produkte wie Shampoos, Sonnencreme oder Lippenstifte enthalten in vielen Fällen Mikroplastik.

Warum sollte man Kosmetik ohne Mikroplastik kaufen?

Sowohl für die Umwelt als auch für die menschliche Gesundheit hat Mikroplastik eine schädigende Wirkung. Was die Umwelt betrifft, ist Plastik generell ein großes Problem. Dies liegt einerseits daran, dass Plastik auf Basis des immer knapper werdenden Rohstoffs Erdöl hergestellt wird und zum anderen daran, dass Plastik nicht biologisch abbaubar ist. Tag für Tag gelangen große Mengen an Plastikmüll in die Umwelt und Weltmeere, wo es verheerende Schäden anrichtet. Mit den normalen Haushaltsprodukten gelangt Plastik in Gewässer, auf Felder und in die Luft.

Zudem sind in Kunststoff verschiedene Schadstoffe enthalten, welche nicht nur auf unsere Haut, sondern auch in unseren Körper gelangen. Wissenschaftler befürchten, dass sich die kleinen Plastikpartikel im Körper einlagern und an verschiedenen Stellen Entzündungen auslösen können, welche wiederum Krebserkrankungen begünstigen.

Woher weiß ich, ob ein Produkt Mikroplastik enthält?

Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist es leider nicht immer ganz einfach zu erkennen, ob in einem Kosmetikprodukt Mikroplastik enthalten ist oder nicht. Zwar muss Kunststoff auf Verpackungen immer gekennzeichnet werden, meisten verbirgt es sich jedoch hinter komplizierten Fachbegriffen. Ist bei den Inhaltsstoffen eines der folgenden Stoffe aufgelistet, handelt es sich dabei um Mikroplastik:

  • Acrylate Copolymer (AC)
  • Acrylate Crosspolymer (ACS)
  • Polyamide (PA, Nylon-6, Nylon-12)
  • Polyacrylate (PA)
  • Polymethylmethacrylate (PMMA)
  • Polyethylene (PE)
  • Polyethylenterephthalate (PET)
  • Polypropylene (PP)
  • Polyquaternium (PQ)
  • Polystyrene (PS)
  • Polyurethane (PUR)

Wer sicher gehen will, dass in seinen Produkten kein Mikroplastik enthalten ist, für den empfiehlt sich Naturkosmetik, welche mit den Labels Nature.org oder BDIH gekennzeichnet ist. Solche Produkte sind immer frei von Mikroplastik.

Shampoo

Die in Shampoos häufig enthaltenen Silikone und Parabene sorgen für geschmeidiges und glänzendes Haar. Wer bereits seit vielen Jahren solche Produkte verwendet, kommt deshalb nur schwer davon los. Trotzdem lohnt es sich, nach natürlichen Alternativen zu suchen, da Shampoos mit Mikroplastik sowohl Kopfhaut als auch Haare schädigen und sogar allergische Reaktionen hervorrufen können. Zu Beginn einer Umstellung kann es sein, dass sich die Haare zunächst weniger gepflegt anfühlen, wobei eigentlich das Gegenteil der Fall ist. Denn die in vielen Shampoos enthaltenen Silikone legen sich wie eine isolierende Schicht ums Haar, sodass pflegende Wirkstoffe gar nicht mehr an die Haare gelangen. Mit verschiedenen Produkten lassen sich solche Schichten jedoch entfernen, wodurch die pflegenden Inhaltsstoffe natürlicher Shampoos wieder ungehindert an die Haare gelangen. Die Inhaltsstoffe von Haarseifen sind besonders schlicht und eignen sich hervorragend für alle Menschen, die Kosmetik ohne Plastik kaufen möchten. Doch es gibt auch hochwertige Flüssigshampoos, welche vollständig ohne Mikroplastik auskommen.

Duschgel

Natürliche Duschgele ohne Mikroplastik schäumen zwar weniger stark als konventionelle Duschgele, dafür stehen sie in viele verschiedenen Duftrichtungen und passend zu den unterschiedlichen Hauttypen zur Verfügung.

Body Lotion

Auch bei natürlichen Bodylotions ohne Mikroplastik gibt es zahlreiche Produkte für sämtliche Hauttypen. Während sich eine reichhaltige Bodylotion ohne Plastik für trockene Haut empfiehlt, eignen sich Produkte mit einer leichteren Textur für normale und fettige Haut.

Gesichtscreme

Um deine empfindliche Gesichtshaut nicht mit Mikroplastik zu belasten, empfiehlt sich die Verwendung einer natürlichen Gesichtscreme ohne Plastik. Am Anfang gestaltet sich die Suche zwar häufig erst einmal schwierig. Doch auf lange Sicht wird es dir deine Haut danken, wenn du auf eine Gesichtscreme umsteigst, welche frei von Mikroplastik ist.

Sonnencreme

Häufig haben Verbraucher die Sorge, dass Sonnencremes ohne Mikroplastik nicht zuverlässig vor UVA/UVB Strahlen und den damit einhergehenden Folgen schützen. Doch ebenso wie Sonnencremes mit chemischen Sonnenfiltern und Kunststoffen schützt auch natürliche Sonnencreme ohne Mikroplastik zuverlässig vor Sonnenbrand und ist darüber hinaus auch noch gut für die Gesundheit und Umwelt.

Peeling

Bei der Diskussion um Mikroplastik kommen Peelings besonders häufig zur Sprache. Dies liegt daran, dass die Kunststoffpartikel im Vergleich zu anderen Kosmetikprodukten hier deutlich erkennbar sind. Doch gerade bei Peeling ist ein Umstieg auf natürliche Produkte, die frei von Mikroplastik sind, sehr einfach. Natürliche Körner haben dabei einen mindestens genauso guten Peelingeffekt wie ihre synthetische Konkurrenz. Da die Haut im Gesicht wesentlich empfindlicher ist als am restlichen Körper, sollte diese mit feineren Körnchen gepeelt werden als die Körperhaut.

Zahnpasta

Da Zahnpasta im Mundraum verwendet wird, lässt es sich nicht vermeiden, dass kleine Mengen davon in den Verdauungstrakt und den restlichen Körper gelangen. Bei der Wahl der richtigen Zahnpasta ist deshalb besondere Vorsicht geboten. Um gesundheitliche Risiken zu vermeiden, solltest du dich für eine Zahnpasta ohne Mikroplastik entscheiden.

Naturkosmetik ist immer ohne Mikroplastik

Wer zu echter Naturkosmetik greift, kann sicher sein, dass entsprechende Produkte vollständig ohne Mikroplastik auskommen. Denn in zertifizierter Naturkosmetik ist kein Mikroplastik zugelassen. Diese erkennst du an Siegeln wie Natrue, BDIH, Demeter oder Ecocert.

Fazit

Zahlreiche konventionelle Kosmetikprodukte enthalten Mikroplastik. Neben der Umwelt kann Mikroplastik auch der menschlichen Gesundheit schaden. Neben industriell hergestelltem Mikroplastik zersetzen sich auch größere Kunststoffteile mit der Zeit zu Mikroplastik. Wissenschaftlicher befürchten, dass Mikroplastik im menschlichen Körper verheerende Schäden anrichten kann, welche bis zur Entstehung von Krebs reichen.