
Pickel ausdrücken oder nicht: Anleitung für reine Hau
Kennt ihr das auch? Da ist er plötzlich wie aus dem Nichts, ein Pickel, meist an der ungünstigsten Stelle im Gesicht. Der Impuls, sofort Hand anzulegen, ist verständlich. Doch unüberlegtes Ausdrücken kann die Haut stärker belasten, als es hilft. In diesem Beitrag erfährst du, wie Pickel fachgerecht behandelt werden, wann es besser ist, die Haut in Ruhe zu lassen, und mit welchen einfachen Maßnahmen du das Hautbild langfristig verbessern kannst.
09. April 2026
Inhaltsverzeichnis
Ursachen von Pickeln: Was steckt dahinter?
Um Pickel richtig zu behandeln, hilft es, ihre Entstehung zu verstehen. Pickel entstehen, wenn Talgdrüsen übermäßig Talg produzieren und Hautporen verstopfen. In dieser verstopften Umgebung vermehren sich Bakterien, insbesondere Propionibacterium acnes, was zu Entzündungen und den typischen roten, schmerzhaften Erhebungen führt.
Besonders interessant ist das Phänomen der Pickel am Kinn. Diese stehen oft in direktem Zusammenhang mit hormonellen Schwankungen. Frauen bemerken häufig kurz vor oder während ihrer Periode vermehrt Unreinheiten in diesem Bereich. Der Grund dafür ist, dass das Kinn in der sogenannten "Hormonzone" deines Gesichts liegt. Schwankende Hormonspiegel, insbesondere von Androgenen, regen die Talgproduktion an und fördern dadurch die Entstehung von Pickeln.
Doch auch andere Faktoren können unreine Haut begünstigen:
- Stress, der den Hormonspiegel beeinflusst
- Ungesunde Ernährung mit viel Zucker und Fetten
- Mangelnde oder falsche Hautpflege
- Berührung des Gesichts mit schmutzigen Händen
- Reibung durch Kleidung oder Sportgeräte
Warum man Pickel meist nicht ausdrücken sollte
Die Versuchung ist groß, bei einem störenden Pickel sofort zur Selbsthilfe zu greifen. Doch es gibt gute Gründe, warum Expert*innen davon abraten.
Unsachgemäßes Ausdrücken kann die Entzündung dramatisch verschlimmern. Durch den Druck deiner Finger werden Bakterien tiefer in die Haut gepresst oder in umliegendes Gewebe verteilt. Was als kleiner Pickel begann, kann sich so zu einer großflächigen, schmerzhaften Entzündung entwickeln.
Ein weiteres Risiko sind Narben. Durch zu starken Druck oder unsauberes Arbeiten können dauerhafte Hautschäden entstehen. Besonders tief sitzende Pickel oder Zysten sollten niemals selbst ausgedrückt werden, hier ist definitiv professionelle Hilfe durch Dermatolog:innen gefragt.
Die Frage “Gehen Pickel weg, wenn man sie nicht ausdrückt?" lässt sich klar beantworten. Ja. Die meisten Pickel heilen von selbst innerhalb von 3-7 Tagen ab, wenn man sie in Ruhe lässt und richtig pflegt. Das Ausdrücken beschleunigt den Heilungsprozess nur selten und birgt die oben genannten Risiken.
Wann ist ein Pickel "reif" zum Ausdrücken?
Solltest du dich dennoch entscheiden, einen Pickel selbst zu behandeln, ist es wichtig zu wissen, wann der richtige Zeitpunkt dafür ist. Ein Pickel ist erst "reif", wenn er folgende Merkmale aufweist:
- Eine deutlich sichtbare weiße oder gelbliche Spitze (Eiterkopf)
- Der Pickel ist nah an der Hautoberfläche und nicht tief sitzend
- Die Stelle fühlt sich nicht mehr hart an, sondern eher weich
- Die Rötung um den Pickel ist nicht mehr stark ausgeprägt
Bei tiefsitzenden, harten Pickeln ohne Eiterkopf (sogenannte Papeln) solltest du die Finger davon lassen. Auch bei starker Rötung und Schmerzen ist Vorsicht geboten, hier könnte eine tiefere Infektion vorliegen, die ärztliche Behandlung erfordert.
Besonders diejenigen Pickel, die mit Hormonen zusammenhängen, sollten mit Vorsicht behandelt werden. Sie sind oft tiefer und entzündlicher als gewöhnliche Pickel und neigen stärker zur Narbenbildung.
Pickel richtig ausdrücken: Step by Step
Wenn du einen reifen Pickel vor dir hast und dich entscheidest, ihn auszudrücken, dann befolge diese Schritt-für-Schritt-Anleitung, um das Risiko von Narben und weiteren Entzündungen zu minimieren:
- Vorbereitung: Wasche deine Hände gründlich mit Seife und desinfiziere sie anschließend. Verwende idealerweise Einweghandschuhe oder Kompressen, um Bakterien fernzuhalten.
- Gesicht reinigen: Reinige dein Gesicht mit einem milden Reinigungsprodukt, das keine Rückstände hinterlässt.
- Poren öffnen: Halte dein Gesicht für 5 Minuten über eine Schüssel mit heißem Wasser oder lege ein warmes, feuchtes Handtuch für einige Minuten auf. Dadurch öffnen sich die Poren, was das Ausdrücken erleichtert.
- Werkzeug wählen: Am besten verwendest du einen sterilen Komedonenquetscher aus der Apotheke. Alternativ wickle deine Fingerspitzen in sterile Kosmetiktücher oder verwende Wattestäbchen.
- Richtige Technik: Setze den Komedonenquetscher so an, dass der Pickel in der Mitte der Öffnung liegt. Übe sanften Druck aus, indem du das Werkzeug nach unten und leicht zur Seite bewegst. Bei Verwendung der Finger drücke vorsichtig seitlich neben dem Pickel, nicht direkt darauf!
- Weniger ist mehr: Wenn nach zwei sanften Versuchen nichts herauskommt, ist der Pickel noch nicht reif. Hör auf und versuche es später noch einmal.
- Nachsorge: Tupfe die betroffene Stelle mit einem alkoholfreien Antiseptikum ab. Trage dann einen Punkt eines beruhigenden, antibakteriellen Gels auf, z.B. mit Teebaumöl oder Zink.
Nach dem Ausdrücken ist es wichtig, die Haut besonders schonend zu behandeln. Vermeide Make-up auf der frisch behandelten Stelle für mindestens 24 Stunden und halte sie sauber.
Reinigungsgel
Reinigungsgel
Alternativen zum Ausdrücken
Es gibt glücklicherweise viele wirksame Alternativen zum Ausdrücken von Pickeln, die oft schonender und risikoärmer sind:
- Pickel-Patches: Diese kleinen Hydrokolloiden-Pflaster können Eiter aus dem Pickel saugen, ohne dass du ihn berühren musst. Sie können gleichzeitig vor Bakterien schützen und weiteres Kratzen verhindern.
- Punktuelle Behandlungen: Spezielle Gels oder Cremes mit Wirkstoffen wie Salicylsäure, Benzoylperoxid oder Teebaumöl können direkt auf den Pickel aufgetragen werden und können antibakteriell sowie entzündungshemmend wirken.
Auch kühlende Anwendungen können helfen, Schwellungen zu reduzieren. Ein kurzes Auflegen eines Eiswürfels (in ein Tuch gewickelt) kann Entzündungen lindern. Bei regelmäßig auftretenden Pickeln, besonders im Kinnbereich, solltest du außerdem überlegen, ob eine professionelle Kosmetikbehandlung oder ein Termin bei Dermatolog:innen sinnvoll ist.
Pickel Treatment
Pickel Treatment
Vorbeugung von Pickeln
Die beste Methode im Kampf gegen Pickel ist immer noch die Vorbeugung. Mit diesen Maßnahmen kannst du das Auftreten von Pickeln deutlich reduzieren:
- Reinige dein Gesicht morgens und abends mit einem milden, pH-neutralen Reinigungsprodukt. Übertreibe es aber nicht, denn zu häufiges oder zu aggressives Reinigen kann die Talgproduktion anregen.
- Verwende zudem für deine Hautpflege ausschließlich nicht-komedogene Produkte, die die Poren nicht verstopfen. Bei sehr unreiner Haut, beispielsweise im Kinnbereich, können Produkte mit leichten Exfolianten wie Salicylsäure helfen, verstopfte Poren zu befreien.
- Deine Ernährung spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Lebensmittel mit hohem glykämischen Index (z.B. Weißbrot, Zucker) können Akne verstärken. Setze stattdessen auf viel frisches Obst und Gemüse, ausreichend Omega-3-Fettsäuren, zinkhaltige Lebensmittel und viel Wasser.
- Nicht zuletzt ist es wichtig, auf dein seelisches Wohlbefinden zu achten. Stress kann den Hormonhaushalt durcheinanderbringen und dadurch Pickel begünstigen. Baue regelmäßige Entspannungsphasen ein und achte auf ausreichend Schlaf.
FAQ: Pickel ausdrücken
Fazit
Die Entscheidung, einen Pickel auszudrücken oder nicht ist, keine leichte. In den meisten Fällen ist es klüger, einen Pickel in Ruhe ausheilen zu lassen oder mit gezielten Produkten zu behandeln. Wenn du dich doch für das Ausdrücken entscheidest, dann nur bei reifen Pickeln mit sichtbarem Eiterkopf und unter streng hygienischen Bedingungen. Bedenke, dass eine makellose Haut nicht über Nacht entsteht. Sie ist das Ergebnis kontinuierlicher, liebevoller Pflege und eines gesunden Lebensstils. Sei geduldig mit deiner Haut und gib ihr die Zeit, die sie braucht, um sich zu regenerieren.




































