KÖRPERPFLEGE

Sind Aluminium Deos schädlich?

Um übermäßiges Schwitzen und unangenehme Gerüche zu vermeiden, verwenden die meisten Menschen in Deutschland ein Deo oder Antitranspirant. Seit einigen Jahren warnen Mediziner jedoch davor, dass Aluminium Deos Brustkrebs und Alzheimer verursachen können. Seither ist die Verunsicherung groß. Aufgrund der unklaren Faktenlage sind viele Menschen aus Vorsicht auf Deos ohne Aluminium umgestiegen. Doch wie gefährlich sind Aluminium Deos wirklich?

02. November 2022


Was ist der Unterschied zwischen Deo und Antitranspirant?

Anders als viele denken, sind die beiden Begriffe Deo und Antitranspirant nicht einfach Synonyme. Vielmehr besteht zwischen beiden Produktgruppen ein großer Unterschied. So überdecken Deos lediglich den beim Schwitzen entstehenden, unangenehmen Geruch, während Antitranspirantien die Schweißbildung um bis zu 70 Prozent reduzieren. Die Wirkung von Antitranspirantien wird durch das Verschließen der Drüsengänge erreicht, was bisher nur mithilfe von Aluminiumverbindungen möglich ist.

Was sagen Studien über die schädliche Wirkung von Antitranspirantien?

Eine neuere, im „International Journal of Cancer“ veröffentlichte Studien der Universität Genf gibt weitere Hinweise darauf, dass mit der Verwendung von Antitranspirantien eine schädigende Wirkung einhergeht. Die Studie basiert auf Versuchen mit Mäusen, bei denen man feststellen konnte, dass eine Aluminiumkonzentration, wie sie bei Verwendung eines Antitranspirants in menschlichen Brustdrüsen üblich ist, zu Krebs führt. Die Brustzellen der Mäuse reagierten mit aggressiven Tumoren, welche viele Metastasen bildeten.

Dass auch beim Menschen ein Zusammenhang zwischen der Verwendung von Aluminium Deos und einem erhöhten Risiko für eine Brustkrebserkrankung besteht, ist durchaus wahrscheinlich. Experten empfehlen deshalb, Antitranspirantien nur dann zu verwenden, wenn die entsprechenden Hautstellen weder gereizt, noch verletzt sind. Hierbei muss bedacht werden, dass nach jedem Rasieren mit dem bloßen Auge nicht wahrnehmbare Mikroverletzungen entstehen. Bereits im Jahr 2012 konnten Forscher nachweisen, dass die Aufnahme von Aluminium auf gereizten und verletzten Hautstellen um das 10-fache erhöht ist. Nach einer Rasur sollte man deshalb 24 Stunden lang warten, bis man ein Antitranspirant aufträgt. Da die Haare in der Zwischenzeit jedoch schon wieder nachgewachsen sind und vor allem Frauen auf ihre tägliche Rasur nicht verzichten möchten, ist ein Deo ohne Aluminium vorzuziehen.

Ist es ungesund, Schwitzen zu unterdrücken?

Neben der Vermutung, dass Aluminium Deos Krebs verursachen können, stellen sich viele Menschen zudem die Frage, ob es nicht ungesund ist, das Schwitzen auf künstlichem Wege zu verhindern. Sammeln sich im Körper möglicherweise Giftstoffe, die mit dem Schweiß normalerweise einfach nach außen transportiert würden? Hier kann Entwarnung gegeben werden. Denn mit dem Schwitzen werden keine Giftstoffe abtransportiert, vielmehr reguliert das Schwitzen die Körpertemperatur. Werden die Schweißdrüsen in der Achselhöhle durch ein Antitranspirant verstopft, sucht sich der Schweiß andere Wege, um nach außen zu gelangen.

Gibt es weitere Kosmetikprodukte, die Aluminium enthalten?

Dass in Antitranspirantien Aluminium enthalten ist, wissen die meisten Menschen. Doch nur den wenigsten ist bekannt, dass Aluminium häufig auch bei der Produktion von Lidschatten, Lippenstiften, Sonnencreme oder Zahnpasta zum Einsatz kommt. Gemäß der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit gibt es eine tolerierbare wöchentliche Aufnahmemenge von 1 mg Aluminium pro Kilogramm Körpergewicht. Da jedoch bei vielen Menschen bereits durch die tägliche Verwendung eines Antitranspirants die zulässige Aufnahmemenge an Aluminium überschritten würde, empfiehlt es sich, auf Aluminium Deos zu verzichten.

Fazit

Die Diskussion über den Zusammenhang zwischen der Nutzung von Aluminium Deos und einem erhöhten Risiko für Krebserkrankungen hat zahlreiche Menschen verunsichert. Noch immer ist die Studienlage diesbezüglich nicht ganz klar. Es gibt jedoch Hinweise, welche die Vermutung eines Zusammenhangs zwischen Aluminium Deos und Krebs bekräftigen. Besonders gefährlich ist es, Antitranspirantien direkt nach einer Rasur zu verwenden. Denn beim Rasieren entstehen kleine Mikroverletzungen, über die das Aluminium besonders leicht in den Körper gelangt. Wer unter starkem, krankhaftem Schwitzen leidet, kann Abhilfe schaffen, indem er mehrere Tage hintereinander vor dem Zubettgehen ein Aluminium Deo aufträgt und diese anschließend nur noch bei Bedarf verwendet. Solange die Studienlage noch unklar ist, wird allgemein empfohlen, auf ein Deo ohne Aluminium umzusteigen.